
Mein Statement zum Rücktritt von Stephan Weil
Nicht nur das gewählte Datum zeugt von mangelnder Sensibilität – auch die Entscheidung selbst fällt in eine der schwierigsten Phasen Niedersachsens seit der Corona-Pandemie. Aus parteitaktischem Kalkül wird der Wähler an der Nase herumgeführt, der sich in weiten Teilen bewusst für eine Persönlichkeitswahl entschieden und dem langjährigen Ministerpräsidenten seine Stimme gegeben hat.
Für jemanden, der noch vor einem halben Jahr auf jede Nachfrage lächelnd betonte, selbstverständlich bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt zu bleiben, ist dieser Schritt ein klares Signal: Der Grundsatz, dass das Land an erster Stelle steht – und erst danach die Person –, scheint nicht mehr zu gelten.
Ich wünsche Stephan Weil persönlich alles Gute für die Zukunft und spreche ihm meine Anerkennung für zwölf Jahre Einsatz als Ministerpräsident aus. Umso mehr bedaure ich, dass er mit dieser Rochade, für die er sicherlich nicht allein die Verantwortung trägt, auf so unwürdige Weise aus dem Amt scheidet.
